Umsatzsteuerliche Behandlung von Gutscheinen

Aufgrund einer Änderung in den EU-Richtlinien wurden in die Umsatzsteuerrichtlinien zwei neue Begriffe aufgenommen. Neuerdings wird zwischen Einzweck-Gutscheinen und Mehrzweck-Gutscheinen unterschieden.

Ein Einzweck-Gutschein liegt vor, wenn der Ort der Lieferung oder Erbringung der Dienstleistung und die geschuldete Umsatzsteuer im Zeitpunkt der Ausstellung des Gutscheins bereits feststehen. Darunter fallen zum Beispiel Gutscheine eines Theaters für den Besuch einer Theatervorstellung oder Friseurgutscheine.

Beim Verkauf des Gutscheins kommt es zur fiktiven Leistungserbringung und die Umsatzsteuer wird sofort beim Verkauf fällig. Wird der Gutschein nie eingelöst, wird die Bemessungsgrundlage künftig nicht mehr korrigiert.

Mehrzweck-Gutscheine sind alle Gutscheine, bei dem es sich nicht um Einzweck-Gutscheine handelt. Der Ort der Leistung oder Erbringung der Dienstleistung oder die Höhe der geschuldeten Umsatzsteuer stehen beim Verkauf noch nicht zweifelsfrei fest, z.B. Restaurantbetrieb, Gutschein der in einer Filiale in Österreich als auch im Ausland eingelöst werden kann. Bei Mehrzweck-Gutscheinen ist erst die tatsächliche Leistungserbringung steuerbar und führt erst dann zur Entstehung der Steuerschuld.