Corona - So setzen Sie Homeoffice-Kosten bereits 2020 ab

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Das letzte Jahr verbrachten viele Arbeitnehmer im Homeoffice. Viele Kosten dafür können Sie in der Arbeitnehmerveranlagung absetzen.

Hier ein kleines ABC der Homeoffice-Kosten:

Laptop, Drucker, Handy etc.
Wer z.B. einen Laptop für das Homeoffice anschafft, kann die Kosten unter den Arbeitsmitteln absetzen. Wichtig: Ziehen Sie einen Privatanteil (idR pauschal 40%) ab. Kostet der Laptop vor Privatanteil mehr als
EUR 800,00 müssen die Kosten auf die Nutzungsdauer von zumeist drei Jahren verteilt werden. Achtung: Arbeitsmittel werden gegen die Werbungskostenpauschale von EUR 132,00 gerechnet. Arbeitsmittel, die der Arbeitgeber zur Verfügung stellt, können nicht abgesetzt werden.

Internet-Kosten, Datenverbindung
Die Kosten sind wie bei der obigen EDV-Ausstattung nach Abzug eines Privatanteils bei den Arbeitsmitteln absetzbar.

Neu ab 2021: Der Arbeitgeber kann pauschal EUR 3,00 pro ausschließlichem Homeoffice-Tag bezahlen, auch wenn keine Rechnungen vorgelegt werden - maximal sind EUR 300,00 pro Jahr steuerfrei. Ersetzt der Arbeitgeber weniger, kann der Arbeitnehmer die Differenz als Werbungskosten absetzen oder die tatsächlichen Kosten nach Privatanteil und Pauschale geltend machen.

Fazit: Nur wenn der Arbeitgeber die Pauschale bezahlt, ist dies direkt eine steuerfreie Einnahme für den Dienstnehmer. Wird die Pauschale erst über die Arbeitnehmerveranlagung angegeben, so vermindert der Betrag lediglich die Steuerbemessungsgrundlage und man bekommt je nach Grenzsteuersatz bis zu 50% retour.

Miete, Abschreibung, Instandhaltungs-, Energie-, Finanzierungskosten
Diese Kosten können nur sehr wenige Berufsgruppen absetzen, denn dazu muss das „häusliche Arbeitszimmer“ den Mittelpunkt der betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bilden. Gute Chancen haben Gutachter, Schriftsteller, Dichter, Maler, Komponisten, Bildhauer, Teleworker, Heimarbeiter, Heimbuchhalter u.Ä.; schlecht sieht es aus für Lehrer, Richter, Politiker, Dirigenten etc. Außerdem akzeptiert die Finanz nur einen separat begehbaren Raum und nicht die Büroecke im Wohnzimmer.

Büromöbel – allgemein
Büromöbel waren bisher nur im Rahmen des häuslichen Arbeitszimmers absetzbar.

Ergonomische Büromöbel
Hier hat man nun eine Sonderregelung geschaffen. Ergonomische Einrichtung wie Bürostuhl, Schreibtisch und andere ergonomische Büromöbel sind im Jahr des Kaufs als Werbungskosten bis max. EUR 300,00 absetzbar. Voraussetzung hierfür sind allerdings mindestens 26 Tage ausschließliches Arbeiten im Homeoffice pro Jahr. Sind die Möbel teurer als EUR 300,00 kann der übersteigende Betrag in den Folgejahren – bis längstens 2023 – abgesetzt werden.

Eigenes Formular ab Arbeitnehmerveranlagung 2020
Der Wert 2021 von EUR 300,00 für ergonomische Büromöbel kann bereits 2020 in Anspruch genommen werden (höchstens EUR 150,00). Dafür gibt es ab April in FinanzOnline und auf Papier ein neues, eigenes Formular. Achtung: Benutzen Sie zur Geltendmachung nicht die bestehenden Felder für die Werbungskosten, da sonst die Werbungskostenpauschale gekürzt wird. Wer bereits die Arbeitnehmerveranlagung 2020 eingereicht hat, kann das Formular nachreichen.

Pendlerpauschale 2020
Im Jahr 2020 behalten Anspruchsberechtigte die Pendlerpauschale, auch wenn sie die meiste Zeit von zu Hause gearbeitet haben.

Finanzministerium: Häufig gestellte Fragen zum Homeoffice-Pauschale