Kennzahlen für Unternehmen – Folge 1: Eigenkapitalquote

Ein paar Kennzahlen sind für alle Unternehmerinnen und Unternehmer interessant. Wir sehen uns heute eine wichtige Finanzierungskennzahl – die Eigenkapital-(EK-)Quote – an.

Die Formel

EK-Quote = Eigenkaptial/Gesamtkapitalx100 

Bilanzierer können die EK-Quote direkt in der Bilanz ablesen, wenn dort die Prozentbeträge separat ausgewiesen werden. Die Summe der Passiva ist das Gesamtkapital und somit 100 Prozent.

Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist das Eigenkapital oft nicht auf den ersten Blick erkennbar. Das Eigenkapital kann errechnet werden, indem man alle Vermögenswerte zusammenzählt – das ist das Gesamtkapital – und davon die Schulden abzieht. Der verbleibende Rest wurde durch Eigenkapital finanziert.

Wie hoch soll die EK-Quote sein?
Das hängt von der jeweiligen Branche ab. Fragen Sie Ihre Bank, ob sie Branchenkennzahlen oder Ihr Rating zur Verfügung stellen.

Wenn die Eigenkapitalquote unter acht Prozent sinkt, sollten die Alarmglocken schrillen. Bei der Bank haben Sie dann in jedem Fall einen Erklärungsbedarf, selbst wenn Sie bis jetzt alle Kreditraten bezahlt haben. Kapitalgesellschaften müssen außerdem eine Generalversammlung einberufen, wenn die EK-Quote unter acht Prozent sinkt und die fiktive Schuldentilgungdauer auf über 15 Jahre steigt.

Eigenkapitalquote verbessern
Sie können zum einen Maßnahmen ergreifen, die direkt das Eigenkapital beeinflussen. Dazu gehören:

  • Finanzspritze der Unternehmerin bzw. des Unternehmers oder der Gesellschafter.
  • Alternative Finanzierungsformen wie Mezzanin-Kapital oder Crowdfunding
  • Gewinne thesaurieren – also nicht ausschütten bzw. Privatentnahmen verringern 

Maßnahmen die das Gesamtkapital reduzieren und somit die Eigenkapitalquote erhöhen.

  • Forderungsmanagement optimieren
  • Sale-and-Lease-back: Prüfen Sie Ihr Anlagevermögen. Wer sich von Betriebsvermögen trennt und dieses dafür mietet, kann Fremdkapital reduzieren und die EK-Quote steigt. Wichtig: Genau nachrechnen, die Spesen und Zinsen sind oft sehr hoch.
  • Factoring: Wer seine Kundenforderungen versilbert, kann Schulden abbauen und so ebenfalls das Fremdkapital abbauen. Wichtig: Mehrere Angebote einholen und vergleichen. Factorbanken verlangen Zinsen, Gebühren und Versicherungsspesen für das Ausfallsrisiko. Auch der Verwaltungsaufwand ist nicht zu unterschätzen.

Tipp: Maßnahmen besprechen
Bei der Beurteilung der Eigenkapitalquote ist gut, einen Experten zur Hand zu haben. Wir bereiten gerne die notwendigen Daten für Sie auf und besprechen mit Ihnen die möglichen Maßnahmen zur Verbesserung.