Corona - Kurzarbeit (KUA) - Modell attraktiver - keine Schnellschüsse!

Sehr geehrte Klientin, sehr geehrter Klient, seit 19.03.2020 gibt es eine neue Richtlinie zur Corona Kurzarbeit – dieses Modell ist dadurch wesentlich attraktiver geworden als es noch Anfang der Woche war. Wichtig ist, dass Sie wissen, was es Sie als Unternehmer tatsächlich kostet und wie viel Sie ersetzt bekommen.

Der Arbeitgeber zahlt nur jene Stunden, die der Dienstnehmer tatsächlich für das Unternehmen leistet. Es werden folgende Kosten übernommen:

  • Sozialversicherungsbeiträge (Dienstgeber- und Dienstnehmer-Anteil)
  • Aliquote Sonderzahlungen (Urlaubs- und Weihnachtsgeld)
  • Lohnnebenkosten (DB, DZ)
  • Kommunalsteuer fällt für den nicht geleisteten Teil keine an
  • Bis maximal Höchstbeitragsgrundlage von monatlich 5.370 Euro

Nettoentgeltgarantie für den Dienstnehmer. Die Mitarbeiter erhalten ein Mindestnettoentgelt, das vom Bruttoentgelt vor KUA abhängt:

  • Bruttoentgelt bis 1.700 Euro: 90 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes
  • Bruttoentgelt bis 2.685 Euro: 85 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes
  • Bruttoentgelt bis 5.370 Euro: 80 Prozent des bisherigen Nettoentgeltes
  • Lehrlinge erhalten weiterhin 100 Prozent ihres bisherigen Lehrlingsentgelts
  • Das Mindestnettoentgelt ist unabhängig davon, wie viel Stunden tatsächlich geleistet wurden.

Abrechnung:

In der monatlichen Lohnverrechnung wird das Mindestnettoentgelt abgerechnet und vom Arbeitgeber an seine Mitarbeiter ausbezahlt. Die lohnabhängigen Abgaben wie Lohnsteuer, Sozialversicherung und Lohnnebenkosten sind für das bezuschusste Brutto-Entgelt zu bezahlen, wobei man hier unkompliziert um Stundung ansuchen kann. Die Abrechnung muss bis 28. des Folgemonats beim AMS eingelangt sein. Hier sind die geleisteten Stunden anzugeben. Danach zahlt das AMS einen Pauschalsatz pro Ausfallsstunde an den Arbeitgeber aus. Dadurch müssen Löhne und Gehälter mindestens ein Monat vorfinanziert werden.

Beginn Kurzarbeit:

Der Antrag kann auch rückwirkend ab 1.3.2020 gestellt werden. Überlegen Sie, ob eventuell im März noch alter Urlaub aufgebraucht wird und der Beginn auf 1.4. verschoben wird. Durch den späteren Beginn verschiebt sich die KUA. Allerdings ist auch die Behaltefrist für die Dienstnehmer zu bedenken. Diese gilt während der KUA und einen Monat danach.

Themen wie Provisionsansprüche sind noch abzuklären.

Unser Tipp daher: keine Schnellschüsse in Bezug auf Kurzarbeit (KUA) – die Anträge sind alle rückwirkend möglich. Alternativen wie z.B. Aussetzungsvereinbarungen, Urlaubsverbrauch, Zeitguthaben-Abbau, Kündigung usw. sind zu prüfen!

Wichtige Informationen, die aus den Medien bisher zu wenig hervorgehen:

  • Dienstgeber zahlt Nettolohngarantie an Dienstnehmer aus (z.B. für Abrechnungsmonat 04/2020 Auszahlung Ende April 80 bis 90 % der Nettolöhne) – daher Liquidität erforderlich!
  • Erst nach Abrechnung mit dem AMS werden die Pauschalsätze für die verrechenbaren Ausfallstunden vergütet (z.B. für Abrechnungsmonat 04/2020 – Antrag bis 28.5.2020 stellen – Vergütung vom AMS bis Anfang Juni zu erwarten)
  • Die Lohnabgaben, d.h. die Zahlungen an Finanz und ÖGK, können gestundet werden (z.B. für Abrechnungsmonat 04/2020 – Lohnabgaben sind am 17.05.2020 fällig –Vergütungen vom AMS jedoch erst Anfang Juni zu erwarten).
  • Die letztgültigen Informationen und Formulare finden Sie unter folgenden Links:

Wirtschaftskammer:

Corona-Kurzarbeit Sollte der Link nicht funktionieren: www.wko.at > Corona-Kurzarbeit beantragen

AMS:

COVID-19-Kurzarbeit

Es gibt einen Kurzarbeitsrechner auf der AMS-Website.

Treffen Sie Ihre Entscheidung in Ruhe und schlafen Sie einmal oder öfter darüber! Wir halten Sie am Laufenden und unterstützen Sie gerne bei den Anträgen.

Bleiben Sie gesund!