Corona - Hilfsfonds: Fixkostenzuschuss ab 20. Mai beantragen

Die Richtlinie für den Fixkostenzuschuss des Corona-Hilfsfonds ist da: Weiterlaufende Fixkosten werden bezuschusst, Wertverluste bei verderblichen oder saisonalen Waren abgefedert. Beantragen ab 20. Mai!

Die Zuschüsse können ab 20. Mai über FinanzOnline beantragt werden und müssen nicht zurückgezahlt werden! Angekündigt wurde, dass bis zu ein Drittel der zustehenden Zuschüsse innerhalb der ersten 10 Tage ab Antragstellung ausbezahlt wird.

Die Kriterien

Zwischen 25 und 75 % der Fixkosten werden bezuschusst, wenn der Umsatzeinbruch wegen der Corona-Krise mindestens 40 % beträgt. Von 16. März bis 15. September 2020 können die Zuschüsse quartals- oder monatsweise für bis zu drei Monate gewährt werden:

  • Entweder wird das 2. Quartal 2020 mit dem entsprechenden Quartal des Vorjahres verglichen.
  • Oder es werden zwischen 16. März und 15. September drei zeitlich zusammenhängende Monate ausgewählt.

Der Fixkostenzuschuss wird gestaffelt, abhängig vom Ausmaß der Umsatzeinbußen. Sofern sich die Fixkosten auf mehr als € 2.000,- innerhalb von 3 Monaten belaufen, werden ersetzt:

  • bei einem Umsatzausfall von 40 bis 60 %: 25 % der Fixkosten
  • bei einem Umsatzausfall von 60 bis 80 %: 50 %der Fixkosten
  • bei einem Umsatzausfall von über 80 %: 75 % der Fixkosten

Als Fixkosten gelten:

  • Mieten und Pacht
  • Strom, Gas, Telekommunikation
  • Zinsen, Versicherungsaufwände
  • Leasingraten (der Finanzierungskostenanteil)
  • Lizenzgebühren
  • sonstige vertraglich betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen (z.B. fixe, unkündbare Wartungsverträge)
  • Personalkosten, die für die Bearbeitung von Stornierungen anfallen
  • Wertverlust von saisonaler und verderblicher Ware, sofern dieser mindestens 50 % beträgt

Stichwort Unternehmerlohn

Bei einkommensteuerpflichtigen Unternehmen (natürliche Personen als Einzel- oder Mitunternehmer) kann ein angemessener Unternehmerlohn von höchstens 2.000 EUR (abzüglich Nebeneinkünfte) als Fixkosten angesetzt werden. Ein Zuschuss zum Unternehmerlohn kann aber erst mit dem zweiten Drittel beantragt werden.

Die Voraussetzungen für die Beantragung

  • Der Unternehmenssitz bzw. die Betriebsstätte und die wesentliche operative Tätigkeit müssen in Österreich liegen.
  • Die Fixkosten müssen so weit wie möglich reduziert werden (z. B. durch Mietherabsetzungen).
  • Unternehmen des Finanz- und Versicherungssektors sind ausgenommen!
  • Das Unternehmen darf per 31.12.2019 kein „Unternehmen in Schwierigkeiten“ im Sinne des EU-Beihilfenrechts gewesen sein.
  • Es dürfen keine Boni an Vorstände oder Geschäftsführer in Höhe von mehr als 50 % der Auszahlung des vorangegangenen Wirtschaftsjahres ausgezahlt werden.
  • Es darf zwischen 16. März 2020 und 16. März 2021 keine Dividendenzahlungen und Gewinnausschüttungen geben.
  • Großunternehmen (ab 250 Beschäftigten) dürfen im Betrachtungszeitraum nicht mehr als 3 % ihrer Beschäftigten gekündigt haben, anstatt Kurzarbeit in Anspruch genommen zu haben – Ausnahmen sind nur per Antrag möglich und wenn die Sozialpartner zustimmen.
  • Die Höhe der Umsatzausfälle und Fixkosten müssen durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Bilanzbuchhalter bestätigt werden.
  • Neu- und Umgründer, bei denen keine umsatz- oder ertragssteuerlichen Daten aus 2018 oder 2019 vorliegen, können die Umsatzausfälle anhand einer Planungsrechnung nachweisen.
  • Andere Förderungen im Zusammenhang mit der Covid-19-Krise, etwa der Härtefall-Fonds, werden beim Zuschuss angerechnet – ausgenommen davon ist nur die Kurzarbeitsbeihilfe.
  • Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt in bis zu drei Tranchen. Jede Tranche beträgt höchstens ein Drittel des Gesamtzuschusses.
  • Die erste Tranche kann ab 20. Mai, die zweite Tranche ab 19. August und die dritte Tranche ab 19. November über FinanzOnline beantragt werden.
  • Wenn alle notwendigen Daten vorliegen, können der gesamte Fixkostenzuschuss sowie der Wertverlust saisonaler Ware bereits mit der zweiten Tranche beantragt werden.
  • Der Fixkostenzuschuss ist nicht zu versteuern, reduziert aber die abzugsfähigen Aufwendungen des Wirtschaftsjahrs, weil diese teilweise ersetzt wurden.

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