Ausgaben pauschalieren wird vereinfacht

Einnahmen-Ausgaben-Rechner können ihre Betriebsausgaben pauschalieren. Für einige Branchen gibt es eigene Ausgaben-Prozentsätze. Wer pauschaliert, erspart sich das Sammeln der Belege für die abpauschalierten Ausgaben.

Voraussetzungen für die Anwendung
Die Verordnung zur Branchenpauschalierung wurde einige Male geändert. Aktuell ist die einzige Voraussetzung, dass man Einnahmen-Ausgaben-Rechner ist. Das bedeutet, es besteht keine Buchführungspflicht und man führt auch nicht freiwillig Bücher. Und man muss einem der unten angeführten Gewerbe angehören.
Die oft hinderlichen Einschränkungen wurden abgeschafft. Da waren z.B. eine Umsatzgrenze von 110.000 Euro pro Jahr oder dass man ein Wareneingangsbuch führt oder dass keine vollständige Einnahmen-Ausgaben-Rechnung geführt wird.
Die neuen Voraussetzungen gelten rückwirkend ab 1.1.2018 und können sogar auf alle offenen Fälle aus den Vorjahren angewendet werden. 

Neben dem Pauschale können Sie noch folgende Ausgaben absetzen

  • Rohstoffe, Halberzeugnisse, Hilfsstoffe und Zutaten
  • Lohnaufwand laut Lohnkonto (inklusive Lohnnebenkosten)
  • Fremdlöhne, soweit diese in die gewerbliche Leistung eingehen
  • Absetzung für Abnutzung
  • Geringwertige Wirtschaftsgüter
  • Miete oder Pacht, Energie, Beheizung, Post und Telefon
  • Pflichtversicherung in der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung sowie in der Selbständigenvorsorge
  • bei Gewinnermittlung mittels USt-Bruttosystem: abgeführte Umsatzsteuer abzüglich Umsatzsteuer vom Eigenverbrauch und Umsatzsteuer (Vorsteuer) für aktivierungspflichtige Aufwendungen
  • Übertragungsrücklage
  • Pensionsrückstellung

Höhe des Betriebsausgabenpauschales 

Gewerbezweig

Pauschale in %

vom Umsatz

1. Bandagisten und Orthopädiemechaniker

9,5

2. Bäcker

11,5

3. Binder, Korb- und Möbelflechter

8,8

4. Buchbinder, Kartonagewaren-, Etui- und Kassettenerzeuger

8,7

5. Büromaschinenmechaniker

14,3

6. Bürsten- u. Pinselmacher, Kammmacher u. Haarschmuckerzeuger

10,2

7. Chemischputzer

17,2

8. Dachdecker

10,8

9. Damenkleidermacher

8,9

10. Drechsler und Holzbildhauer

11,1

11. Elektroinstallateure

8,5

12. Elektromechaniker

12,5

13. Erzeuger von Waren nach Gablonzer Art

9,2

14. Fleischer

5,2

15. Fliesenleger

8,3

16. Fotografen

14,4

17. Friseure

9,2

18. Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure

14,3

19. Gärtner und Naturblumenbinder

9,7

20. Gas- und Wasserleitungsinstallateure

10,2

21. Gemüsekonservenerzeuger

13,3

22. Gerber

12,8

23. Glaser

17,7

24. Graphisches Gewerbe

11,0

25. Hafner, Keramiker und Töpfer

12,2

26. Herrenkleidermacher

7,5

27. Hutmacher, Modisten und Schirmmacher

7,1

28. Kunststoffverarbeiter

12,4

29. Kraftfahrzeugmechaniker

16,2

30. Kürschner, Handschuhmacher

9,0

31. Lederwarenerzeuger, Taschner, Kunstlederwarenerzeuger

10,6

32. Maler, Anstreicher und Lackierer

11,9

33. Mieder- und Wäschewarenerzeuger

8,3

34. Müller

10,1

35. Münzreinigungsbetriebe

20,7

36. Musikinstrumentenerzeuger

10,8

37. Nähmaschinen- und Fahrradmechaniker

9,1

38. Optiker

10,8

39. Orthopädieschuhmacher

9,7

40. Radiomechaniker

10,0

41. Schuhmacher

7,6

42. Sattler, Riemer

7,6

43. Schmiede, Schlosser und Landmaschinenbauer

16,0

44. Spengler und Kupferschmiede

13,0

45. Steinmetzmeister

13,0

46. Sticker, Stricker, Wirker, Weber und Seiler

14,1

47. Tapezierer

7,6

48. Tischler

10,4

49. Uhrmacher

12,0

50. Wagner und Karosseriebauer

8,8

51. Wäscher

16,7

52. Zimmermeister

10,7

53. Zuckerbäcker

8,0

54. Zahntechniker

11,0

 

Steuererklärung weiterhin erforderlich
Das Pauschale müssen Sie in Ihrer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ansetzen und in die Steuererklärung eintragen. Doch das Pauschalieren soll fröhlich weiter gehen. So ist laut Medienberichten geplant, dass Kleinfirmen bis 30.000 Euro Jahresumsatz in Zukunft nur noch ihren Umsatz melden müssen und auf die Steuererklärung verzichten können. Das Finanzamt veranlagt dann pauschal. Wir sind gespannt und halten Sie am Laufenden.