Aufgepasst: Ferialjob ist nicht Ferialjob!

Sommer und Urlaub stehen vor der Tür und damit auch viele Ferialarbeitnehmer, Pflichtpraktikanten und Volontäre. Die Unterscheidung ist wichtig, denn aus melde-, versicherungs- und beitragsrechtlicher Sicht gibt es gravierende Unterschiede.

Müssen Praktikanten immer angemeldet und nach Mindestlohn bezahlt werden? Gelten die normalen Kündigungsfristen und Bestimmungen des Arbeitsrechts? Schauen wir uns an, worauf Sie achten müssen, wenn Sie „Ferialjobs“ vergeben.

Die klassischen „Ferialpraktikanten“ sind eigentlich Ferialarbeitnehmer. Es handelt sich um Schüler oder Studenten, die in ihren Ferien freiwillig arbeiten, um sich etwas dazuzuverdienen. Sie arbeiten in normalen Beschäftigungsverhältnissen und müssen entsprechend dem Mindestlohn des jeweiligen Kollektivvertrags entlohnt werden. Es gelten sämtliche rechtlichen Bestimmungen und notwendigen Anmeldungen wie bei einem normalen Arbeitnehmer.

Anders ein Pflichtpraktikant: Seine schulische oder universitäre Ausbildung schreibt ihm ein Praktikum in einem Unternehmen vor. Er arbeitet in erster Linie, um seine theoretische Ausbildung mit Praxis zu ergänzen und nicht, um Geld zu verdienen. Für Sie als Arbeitgeber bedeutet das: Ihr Pflichtpraktikant geht kein Dienstverhältnis ein, weshalb ihm auch kein Entgelt gewährt werden muss. Es steht Ihnen frei, trotzdem ein Taschengeld zu bezahlen, dann ist allerdings eine Anmeldung bei der Sozialversicherung erforderlich.

Pflichtpraktika können auch im Rahmen normaler Dienstverhältnisse absolviert werden – etwa im Hotel- und Gastgewerbe, wo sie als regelmäßige Arbeitsverhältnisse gelten. In diesen Fällen sind die entsprechenden kollektivvertraglichen und gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten.

Ein Volontär macht ähnlich wie der Pflichtpraktikant ein betriebliches Praktikum zu Ausbildungszwecken, allerdings ohne, dass das Praktikum verlangt bzw. verpflichtend wäre. Bei einem Volontariat geht es ausschließlich um Lernzwecke, weshalb es sich eigentlich um ein Ausbildungs- und kein Arbeitsverhältnis handelt. Weitere Merkmale sind die Unentgeltlichkeit und die Ungebundenheit. Volontäre dürfen keine Arbeitskraft ersetzen. Volontäre müssen bei der Unfallversicherung angemeldet werden. Zahlen Sie einem Volontär ein Taschengeld, ist eine auch eine Anmeldung bei der Sozialversicherung notwendig.

Ersparen Sie sich Probleme mit der Sozialversicherung und klären Sie mit Ihren Praktikanten vorab, welche der drei Beschäftigungsvarianten zutrifft.

Ihre weiterführenden Fragen beantworten wir Ihnen gerne persönlich und individuell. Wenden Sie sich dazu bitte an Ihr BKS Team.